• annasasaki9

Wohnen in Japan - Teil I Haussuche in Japan




Die Suche nach einer langfristigen Bleibe in Japan in Form eines Hauses ist selbst in der Provinz kein Zuckerschlecken. Diese Erfahrung mussten auch meine Familie und ich machen.


Da mein Mann über ein staatliches Förderprogramm bei der Stadt angestellt ist, hatten wir vor unserer Übersiedlung nach Japan Hilfe für die Häusersuche zugesichert bekommen. Denn ein Ziel des Programmes ist es, dass sich junge Familien in der Provinz (in unserem Fall Stadt Ishinomaki, Präfektur Miyagi) langfristig ansiedeln. Letztendlich entpuppte sich die Haussuche als Mammutaufgabe und Hilfe erhalten haben wir auch nicht. Gut, dass wir einen so langen Atem hatten.


(Grundriss Haus)




Grundsätzliches zum Mieten von Wohnraum


Auch in Japan wählt man einen Immobilienmakler, um sich die verschiedenen Angebote anzuschauen. Im Internet wird man schnell fündig und kann fix Besichtigungstermine vereinbaren.

Grundrisse werden stets mit Angaben der Maßeinheit "jô" (1 jô = ca. 1,64 m²) pro Zimmer , die Gesamtgröße des Wohnraumes jedoch in Quadratmetern angegeben.

Die Mietkosten sind etwas höher als in Deutschland, der Raum geringer. Ein normaler Raum hat meist eine Fläche zwischen ca. 10 - 13 m².

Bei der Vermittlung einer Wohnung werden Provision, Hausreinigung und Kaution fällig, so dass man beim Unterschreiben des Mietvertrages meist die vierfache Summe der Miete zahlt. Die Miete wird stets als Kaltmiete angegeben. Um die Anmeldung von Strom, Wasser und Gas kümmert man sich dann auch hier selbst. Das ist mit einem Anruf bei dem jeweiligen Anbieter und dem Erteilen einer Einzugsermächtigung aber schnell abgewickelt.


Wohnung vs. Haus


Da wir eine mehrköpfige Familie und zudem gerne draußen sind, haben wir nach einem Haus mit Garten Ausschau gehalten. Kein leichtes Unterfangen, wenn es zur Miete sein soll.

Wohnungen haben generell keinen Garten, Häuser auch nur in den seltensten Fällen. Bereits 5 m² Beetfläche werden als Garten angegeben. Das ist natürlich für eine Europäerin sehr befremdlich. 😄

Während doch viele Häuser leer zu stehen scheinen, scheint oft niemand gewillt zu sein, sich um die Bereitstellung und Vermittlung dieser Objekte zu kümmern, so dass sie verwahrlosen. Das ist wirklich bedauernswert, da so die ansprechenden Wohnobjekte verkommen und stattdessen moderne Wohnungsblöcke hochgezogen werden, die für uns aber nicht reizvoll sind.


Bei uns hat die Haussuche letztendlich 1 Jahr gedauert. Dieses 1 Jahr haben wir anfangs bei den Schwiegereltern, später in einer Wohnung gelebt. Seit dem Einzug in unser Haus können die Kinder endlich in Haus und Garten toben. Wir haben Licht, Raum und eine schöne Wohnatmosphäre zum Wohnen - und Leben!



Hier ein Auszug an Häusern, die wir uns angeschaut haben (Aussenansichten):

(Bildergalerie japanische Häuser in der Provinz)


Und hier noch eine Bildergalerie mit ein paar Besonderheiten bei den Besichtigungen (Innenräume):


Ausgelagerte Badewanne, instabiler Boden, Loch im Dach, Feuchtigkeit soweit das Auge reicht, Dunkelheit, Miniatur, erstaunliche Fußbodenlösungen und Stolperfallen...

Ich glaube, ich könnte einen Roman schreiben, was die Wohnraumbesichtigungen hier in Japan angeht. Es gab so herrliche Anekdoten. Vom Umziehen habe ich aber erst einmal genug und freue mich, dass der nächste Umzug wohl erst bei unserer Rückkehr nach Deutschland ansteht. 🙏



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